Schwarzwald und Elsass

Numme net huddle!“, sagt der Schwarzwälder und meint damit „Jetzt mach mal keinen Stress!“. Korrekt, vor allem, wenn man den Schwarzwald kennenlernen möchte.

Güet asse un trenke hebbt Lib un Seele zamme.“ Ist eine Redewendung aus dem Elsass („Gut essen und trinken halten Leib und Seele zusammen.“) Ja, man sollte neben Land und Menschen auch die Küche des Elsass kennenlernen.

Schwarzwald & Elsass

Im Mai 2026 sind wir mit Gravel-Bikes durch den Schwarzwald und das Elsass geradelt. Am ersten Tag wurde die Strecke von Freiburg nach Neustadt am Titisee bewältigt (47 km). Freiburg im Breisgau wird als die „Hauptstadt des Schwarzwalds“ bezeichnet, da es die größte Stadt der Region ist und als idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in den Hochschwarzwald gilt.  Wir erreichten den Titisee, eingebettet in die traumhafte Wald- und Hügellandschaft des Hochschwarzwalds. Der Titisee gilt als einer der schönsten Seen Deutschlands; wir wurden mit kaltem und regnerischem Wetter empfangen und haben neben der menschenleeren Promenade nur wenig gesehen.

Entsprechend erholt konnte die nächste Etappe nach Todtnau in Angriff genommen werden (43 km). Wieder pedalierten wir durch den Hochschwarzwald. Zuerst wurde der Schluchsee mit seiner malerischen Uferlandschaft umrundet. Es folgte der Anstieg (bis zu 15 % Anstiege) über Kapellenhof, Bärhalde und Hochkopf über Waldwege samt Wetterhäuschen. Auf diese Art vorbereitet wurden dann der Seebuck (1.450 m) mit Grueble und schließlich der Feldberg (1.490 m) per Rad erklommen. Eine schöne Aussicht war der Lohn, bevor es im Nebel bergab nach Todtnau ging.

Von Todtnau starteten wir die Etappe ins „Schauinsland“ (65 km). Nach den beeindruckenden Wasserfällen bei Todtnau (97 m Fallhöhe) ging es stetig bergauf durch eine reizvolle Landschaft: Wälder mit Flechten und blühende Wiesen. Wie nach jedem Anstieg wurden wir mit einer Bergabstrecke belohnt und konnten Staufen leider nur zu kurz bewundern. Staufen ist eine Pause wert und beeindruckt durch eine imposante Burgruine auf dem Weinberg und zahlreiche gut erhaltene Fach- und Steinhäuser mit dem „Bächle“. Gleiches gilt für Bad Krozingen mit dem Duft- und Kräutergarten im Kurpark. Schließlich endete die Etappe in Neuf-Brisach, im Elsass gelegen.

Das Elsass bietet eine kontrastreiche Landschaft aus Vogesen, Rheinebene und Weinbergen, die durch verschiedene Naturräume wie Wälder, Flusstäler und einige Berge geprägt ist.

Von Neuf-Brisach ging es in einer kurzen Etappe nach Colmar (20 km). Die sehr sehenswerte Altstadt ist von Kopfsteinpflasterstraßen und Fachwerkhäusern aus dem Mittelalter und der Renaissance geprägt. Besucht werden sollte auch:

  • Klein-Venedig (Petit Venise). Das sehr kleine Viertel; direkt an der Lauch.
  • Am Quai de la Poissonnerie ist das ehemalige Fischerviertel zu bewundern.
  • Quartier des Tanneurs, das Viertel der Gerber.
  • Der Fischerstaden.
  • Koifhus (mit hervorragender Gastronomie).

In Colmar verbrachten wir zwei Tage, auch um die mehr als sehenswerten Dörfer in der Umgebung zu besuchen:

·  Eguisheim, ein Weinort mit bunten Fachwerkhäusern. Die Stadt besteht aus drei konzentrischen Kreisen, an denen die Häuser aufgereiht sind. Im Zentrum der Kreise ist das Chateau (achteckige Burganlage). Die Rue Rempart ist die schönste Gasse (= äußerer Ring).

· Turckheim ist wirklich (noch) eine relativ unentdeckte Perle im Elsass. Man kann die Stadt durch drei mittelalterliche Stadttore betreten und die farbenfrohen Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert bestaunen.

· Das mittelalterliche Ribeauvillé ist schon eher bekannt und entsprechend von vielen Besuchern frequentiert. Am besten erschließen lässt sich der Ort über die Grand’Rue, die durch die gesamte Altstadt verläuft. Auch sind die kleinen Seitengassen mit den Hinterhöfen und Plätzen empfehlenswert.

· Riquewihr gilt zu Recht als „eines der schönsten Dörfer Frankreichs“. Innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer sind viele bunte Fachwerkhäuser; nicht zu vergessen der Wachturm „Dolder“, das Wahrzeichen der Stadt (Fachwerk samt Glockenturm).

Die Dorftouren (jeweils ca. 35 km) gingen natürlich durch Weinberge mit schönen Panoramaaussichten und auf guten Radwegen.

Nach so viel Kultur konnten wir uns wieder der Natur widmen. Von Colmar pedalierten wir über den Col de la Schlucht nach Le Valtin, gleich neben dem Gipfel (35 km). Die Etappe verlief stetig über ca. 15 km bergauf (bis 15 % Steigung) und dies in einer reizvollen Landschaft mit Wäldern. Anschließend radelten wir auf der „Vogesenkammstraße“ (Route des Crêtes) über drei weitere Pässe nach Sainte-Marie-aux-Mines (35 km). Es ist eine schöne Panoramaroute, zum Teil eng und kurvenreich. Zum Glück waren bei wenig Verkehr rücksichtsvollere Verkehrsteilnehmer unterwegs. Da es in der Nacht geschneit hat, war die Landschaft weiß gepudert und es war entsprechend kalt. Aber wieder hat das Panorama voll entschädigt.

Von Sainte-Marie-aux-Mines fuhren wir nach Sélestat Da die Strecke nicht viel bot, haben wir noch einen Abstecher nach Dambach-sur-Ville unternommen (56 km). Wieder eine mittelalterliche Stadt mit intakter Stadtmauer samt drei Türmen und sehenswertem Rathaus (Renaissance). Ferner wurden noch Bergheim und Sainte-Hippolyte besucht. Beide Dörfer zählen zu den schönsten Städten Frankreichs.

Am letzten Radtag fuhren wir von Sélestat nach Freiburg (59 km). Unspektakulär, aber wieder auf guten Radwegen, ging es teilweise am Rhein entlang nach Freiburg.

 

Fazit:

1.        Eine intensive Planung „lohnt“ sich für diese Reise, denn es gibt viele Sehenswürdigkeiten, wie Dörfer, Städte und Natur, zu bestaunen.

2.        Die Landschaft ist ein wenig bergig (für Radler aus Norddeutschland) und dies sollte bei der Wahl des Rades und dem Gewicht des Gepäcks berücksichtigt werden.

3.        DAS Wetter kann auch im späten Frühjahr von Schnee über Regen bis Sonnenschein reichen; Ankleiden nach dem bewährten Zwiebelsystem ist sinnvoll.

4.        Die Radwege sind insbesondere im Elsass wirklich empfehlenswert und die motorisierten Verkehrsteilnehmer sind rücksichtsvoll.

5.        Auch kulinarisch ist die Region eine Reise wert. Nach einem Radtag kann man sich mit der vielfältigen Hausmannskost, aber auch der feineren Küche, gut stärken.

 

Streckenverlauf

Tagesetappen
Etappe     Distanz (km)       Dauer (h:min)   Höhenmeter (m)    Tempo (km/h)       Strecke
1                 47,0                       3:23                          870                           14,3                      Titisee              
2                 43,2                       3:31                          820                          12,1                       Todtnau
3                 64,9                       4:41                          780                          13,8                      Schauinsland
4                 20,0                      1:08                            50                          17,8                      Colmar
5                 38,2                       2:56                          340                           13,1                      Colmar
6                 31,2                       2:27                          230                           12,7                      Colmar
7                 35,0                       3:31                          920                          10,2                      Col de la Schlucht
8                34,9                        2:21                         310                           14,7                       Routes des Cretes
9                55,7                         3:46                        240                           14,8                      Selestat
10              58,57                       3:39                        280                           16,0                      Freiburg

                                                                          
 


 

Kurzbeschreibung

Parameter                               Daten

Distanz (km)                            430,0 km

Tagesetappen                         10                

Dauer (h:min)                         41:23

Höhenmeter, netto (m)      4.840

Tempo (km/h)                       14,0


 

 

 

Streckenverlauf

"Dies und Das"

 

  • Die Radtour haben wir wieder mit Gravelbikes absolviert. Die diversen Möglichkeiten der Mitnahme von Gepäck sowie die Übersetzung der Schaltung prädestinieren diese Räder für solche Touren.
  • Die pittoresken Dörfer im Elsass sind mehr als sehenswert und dies sollte bei der Zeitplanung berücksichtigt werden.
  • Die Kommunikation ist in Frankreich erschwert, wenn man die Sprache nur mit Schulkenntnissen beherrscht. Sätze wie „Wir sind in Frankreich, hier sprechen wir Französisch“ oder „Für die Übersetzung der Speisekarte verwenden Sie Google-Translate“ haben wir mehrfach erlebt. 

 

 

 

Freiburg - Neustadt am Titisee

Titisee - Todtnau

Schauinsland

Neuf-Brisach - Colmar

Colmar-Runde 1

Colmar-Runde 2

Colmar - Col de la Schlucht

Route des Cretes

Saint Marie aux Mines - Selestat

Selestat - Freiburg

Kulinarik

Die Küche des Schwarzwalds ist geprägt von badischen, schwäbischen und elsässischen Einflüssen. Das Spektrum reicht von Vorspeisen bis Nachspeisen (Schwarzwälder Kirschtorte). Aufgetischt wird in Vesperstuben und Wirtshäusern sowie Restaurants. Bekannt ist natürlich der Schwarzwälder Schinken. Hauptspeisen sind diverse Wildgerichte mit Spätzle, Knöpfle, Maultaschen oder Brägele (Bratkartoffeln). Natürlich gibt es auch die verschiedensten Variationen von Flammkuchen.

Die Küche im Elsass ist eine Mischung aus deutscher Tradition und französischer Raffinesse; serviert in „Winstuben“. Auch im Elsass werden verschiedene Variationen von Flammkuchen (häufig mit Speck) offeriert. Zu den verschiedenen Fleisch- und Fischgerichten wird Sauerkraut (Choucroute) gereicht. Eine weitere Spezialität ist Beckeoffe, ein Schichtgericht mit verschiedenen Fleischsorten. Auch Fleischschnacka ist eine Option, Fleisch im Nudelteig in Brühe serviert. Abgerundet wird das Essen mit einem Gugelhupf.

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