Reise durch die Philippinen: Insel für Insel entdecken

„Ang hindi lumingon sa pinanggalingan, hindi makararating sa paroroonan.“ 

"Wer nicht zurückblickt, woher er kommt, wird sein Ziel nie erreichen." (José Rizal). 
 

Philippinen - Von Insel zu Insel

Wer nicht zurückblickt, woher er kommt, wird sein Ziel nie erreichen (José Rizal).

In der philippinischen Hauptsommerzeit (März, April) kann man gut eine Radtour im Lande unternehmen: Die Temperaturen liegen bei bis zu 30 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. Es ist also heiß, aber wie die Einheimischen zu sagen pflegen: „Kaya mo yan!“ (Du schaffst das!).

Also ging es für Dagmar im März für zwei Wochen auf die Philippinen, genauer in die Region VII (Central Visayas). Mehrere Inseln wie Comotes, Bohol, Siquijor und Cebu konnten besucht werden und in 11 Radtagen auf sehr schönen Küstenstraßen und durch das Binnenland erkundet werden. Auch Ruhepausen an schönen Stränden haben zur Erholung und zum Schnorcheln eingeladen.

Mit dem Bus ging es am ersten Radtag zum Fährhafen. Da die erste Fähre verpasst wurde und die zweite Fähre bereits ausgebucht war, wurde in der sechsstündigen Wartezeit auf einer ersten spontanen Radetappe eine kurze, bergige Eingewöhnungstour auf Cebu unternommen. Mit der Fähre ging es anschließend zur Insel Pacijan. Die Insel gehört zu den Inseln der Comotes. Übersetzt handelt es sich um die Süßkartoffelinsel.

Erholt und akklimatisiert wurde am nächsten Tag auf der zweiten Etappe die Inseln Pacijan und Poro erkundet (87,4 km). Kleine Straßendörfer wurden passiert und mit der einheimischen Bevölkerung konnte Kontakt aufgenommen werden. Schließlich verlief die Etappe an der Küstenstraße entlang, verbunden mit einer kurzen Überfahrt mit der Fähre zur Insel Tulang Diot. Hier konnte zum ersten Mal geschnorchelt werden: große Schildkröten konnten bestaunt werden.

Am nächsten Tag war wieder eine Planänderung vonnöten, da die ursprünglich geplante Fähre abermals ausgebucht war. Also wurde mit einer anderen Fähre mit anderem Zielhafen nach Bohol übergesetzt. Die Radtour führte durch Reisfelder und kleine Dörfer in Richtung der berühmten und einzigartigen Chocolate Hills (28,0 km). Die mehr als eintausend bewachsenen Hügel erstrecken sich über ein großes Areal und bieten ein spektakuläres Panorama. Dies gilt besonders für die Trockenzeit, wenn die Hügel sich schokoladenbraun darstellen. Wir haben grüne Hügel gesehen, da wir im Hochsommer vor Ort waren, nicht weniger beeindruckend.

Die folgende Radetappe auf der Insel Bohol war anspruchsvoll, denn über zwanzig Kilometer ging es stetig bergauf (79,2 km; 990 Höhenmeter). Belohnt wurde die Anstrengung, bei hoher Luftfeuchtigkeit, mit einem imposanten Ausblick und einer 22 km langen Bergabtour. Abschließend führte die Etappe an der Küste mit lauer Brise entlang.

Nun folgte ein wohlverdienter Ruhetag in Anda. Hier konnte die Unterwasserwelt erkundet werden.   Hierbei konnten einige große Wasserschildkröten sowie Seeigel beobachtet werden und leider nur wenige, kleine Fische.

Ausgeruht ging es wieder aufs Rad, wieder bei hohen Temperaturen und sehr hoher Luftfeuchtigkeit (57,5 km). Die Sierra Bullones ist bekannt für ihre wunderschöne Landschaft sowie seinen ländlichen Charme und ist somit ein attraktives Reiseziel für Naturliebhaber und alle, die die lokale Kultur erleben möchten. Einige Aufstiege, aber auch Downhill-Passagen lagen im und auf dem Weg. Nach dem Lunch ging es zunächst im Bus weiter und schließlich erreichten wir ein Reservat in dem Koboldmakis beobachtet werden konnten. Zum Glück ging es am Fluss Lobac entlang, d. h. eine erfrischende Brise. Abseits der Piste konnte der traditionelle Bootsbau (Auslegerboote) bestaunt werden. Auch die Trocknung von Algen auf der Straße wurde im Vorbeiradeln beobachtet.

Die nächste Etappe wurde wieder via Fährpassage nach Siquijor, auch „Hexeninsel“ genannt, erreicht. Die Insel ist für schwarze Magie, Voodoo und Wunderheiler bekannt. Entsprechend wurde ein Wunderheiler besucht, der die negative Energie vertreiben konnte, wenn diese vorhanden war. Und dann konnte ein traditioneller Hahnenkampf besucht werden.

Die erste Etappe auf Siquijor war eine Umrundung der Insel auf der Küstenstraße (79,0 km). Vorteilhaft war, dass eine kühle Brise wehte und die Strecke nur wenig frequentiert war, so dass die Landschaft und die zahlreichen Obststände gut beobachtet werden konnten Eine Zwischenstation wurde an einem Balete-Baum mit Fisch-Spa gemacht, die Fische entfernen Hautpartikel der Gäste. In der Salagdong-Bucht wurde ein erfrischendes Bad genommen und nach einer Lunchpause wurde die Radtour fortgesetzt.

Die nächste Etappe auf Siquijor führte ins Landesinnere (30,4 km). Wieder gab es einige steilere Passagen (10–15 % Steigung), denn die 650 m über dem Meeresspiegel müssen bewältigt werden.  Belohnung war in jedem Fall der überragende Panoramablick von einem Aussichtsturm. Auf dem Rückweg (Downhill!) wurde bei einem Wasserfall ein Zwischenhalt gemacht, wobei der See zur Abkühlung genutzt werden konnte. Auch wurde ein Wunderheiler besucht, der die etwaige negative Energie der Gäste entfernen konnte.

Am nächsten Tag verließen wir Siquijor und über eine Zwischenstation auf Dumaguete, die zum Frühstück genutzt wurde, ging es weiter nach Cebu. Anschließend pedalierten wir auf der lebhaften Küstenstraße, d. h. wenig Genuss, auf Cebu (72,3 km). Entschädigt wurden wir durch einen erneuten Schnorchelgang, wobei, bedingt durch Quallen, im Tauchanzug geschnorchelt werden musste Die Unterwasserwelt war hier nicht spektakulär.

Auf der letzten Radetappe fuhren wir vom Westen in den Osten von Cebu; es ging durch das Landesinnere (45,3 km). Zum Abschluss lagen noch ein paar Anstiege auf dem Weg. Bei den hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit war dies schon eine Herausforderung. Aber wieder wurden wir durch schöne Aussichten belohnt, die der Mühe wert waren.

Fazit:

1. Die Straßenverhältnisse können als gut bezeichnet werden. Wenige Schlaglöcher in akzeptabel ausgebauten Straßen. Trotzdem wird die Fahrt mit einem MTB empfohlen. Die Straßen sind gering bis gut von anderen Verkehrsteilnehmern frequentiert, die den Radfahrern rücksichtsvoll begegnen.

2. Als Reisezeit hat sich der europäische Frühling angeboten, denn vor Ort hat die Taifunsaison noch nicht begonnen (Juni–November); auch sind Wirbelstürme (Juli–November) nicht zu erwarten.

3. Auch kulinarisch ist die Region eine Reise wert, wobei die Gerichte fleischlastig sind. Primär wird Schweinefleisch angeboten. Vegetarische Ernährung ist schwierig; vegane Ernährung praktisch nicht möglich.

4. Die Radtour führt durch eine spektakuläre Landschaft (Chocolate Hills) und zur Beobachtung vieler Tiere (Koboldmakis). Die Tour führt auch durch viele Straßendörfer.

Streckenverlauf

Tagesetappen
Etappe     Distanz (km)       Dauer (h:min)   Höhenmeter (m)    Tempo (km/h)       Strecke
1                 16,3                        1:02                          20                           15,0                      Pacijan              
2                 87,4                       4:36                       600                           19,0                Pacijan & Poro
3                 13,4                       0:45                          70                           19,1                        Pacijan
4                 28,0                      1:35                         330                           18,5                       Bohol
5                 79,2                       4:22                        990                           18,1                       Bohol
6                 57,7                       2:56                         570                           19,6                       Bohol
7                 23,2                       1:14                         260                          18,8                       Siquijor
8                79,0                       4:07                        760                          19,2                        Siquijor
9                30,4                       2:00                       670                           15,2                       Siquijor
10              72,3                        6:00                       330                          20,3                       Cebu
11               45,8                        2:38                       690                          17,0                        Cebu
                                                                          
 


 

Kurzbeschreibung

Parameter                               Daten

Distanz (km)                            532,7 km

Tagesetappen                         11                

Dauer (h:min)                         31:25

Höhenmeter, netto (m)      5.290

Tempo (km/h)                       18,2


 

 

 

Streckenverlauf

"Dies und Das"

 

  • Die Radtour wurde mit dem MTB durchgeführt. Dies war eine gute Wahl, denn die Straßen waren teilweise verschmutzt (rutschig) und so manches Schlagloch war im Weg.
  • Die Verständigung mit der freundlichen Bevölkerung konnte gut in englischer Sprache durchgeführt werden.
  • In der Reiseapotheke sollten Elektrolyte nicht fehlen, denn die hochsommerlichen Temperaturen sind doch sehr schweißtreibend.
  • Bei der Reiseplanung ist zu berücksichtigen, dass die Fähren, wenn möglich, reserviert werden sollten. Dies gilt primär für die Ferien- und Osterzeit. Die Philippinen sind stark katholisch geprägt und somit haben die Ostertage eine besondere Bedeutung.

 

 

 

Pacijan

Pacijan & Poro

Pacijan

Bohol

Bohol

Bohol

Bohol

Siquijor

Siquijor

Siquijor

Cebu

Cebu

Kulinarik

Pag may tiyaga, may nilaga“ („Wo Ausdauer ist, gibt es Suppe.“). Die ist ein Spruch, der zur Radreise passt, denn die Radetappen waren schon anstrengend und somit ist ein gutes Essen sehr wichtig.

Fleischgerichte bestehen auf den Philippinen primär aus Schweinefleisch und großen Portionen Reis. Während der Reise hat Dagmar kein Fleisch konsumiert, auch weil das alternative Angebot zu verlockend war Die philippinische Küche ist geprägt von der Vielfalt indigener, spanischer und den Einflüssen aus den benachbarten Ländern. Insgesamt repräsentiert die philippinische Küche die lange Geschichte und Vielfalt des Landes.  Dagmar orientierte sich an Fischgerichten. Dies waren verschiedene Gerichte mit Oktopus, gefüllt mit Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer, Scampis in vielen Variationen und frischem Fisch. Auch die leckeren Suppen mit Gemüse und Fisch oder Scampis wurden probiert. Gleiches galt für Salate, meist auf Basis von Mangos. Auch die Mango-Shakes durften nicht fehlen, wobei diese ungesüßt und ohne Milch getrunken wurden. So gestärkt konnten die täglichen Etappen gut bewältigt werden.

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