'N bäten Grütt/Grütz ünner de Mütz is väl nütz. Œwer 'n gaudes Hart ünner dei West is dat best.
Soll heißen: „Ein bisschen Grütze (Verstand) unter der Mütze ist viel nütz. Aber ein gutes Herz unter der Weste, ist das Beste.“
Die Erkundung Ostfrieslands mit dem Fahrrad stand schon „bannig lang“ auf der Liste. Und so wurden die Planungen konkretisiert und im Mai 2025 ging es auf Tour.
Moin, wir starten in Bremen und die erste Tagesetappe verläuft an der Weser entlang über Brake, mit einem interessanten Fischerhaus, bis nach Varrel (91km). Eine längere Tour und der Wind bläst uns ins Gesicht; kalt ist es auch. Wenn man ein wenig Zeit hat, dann kann in Varrel der Wasserturm, die Schlosskirche sowie eine Windmühle besucht werden. Wenn der kleine Hunger übermächtig wird, dann ist Varrel für die Honigkuchen- und Lebkuchenfabrik bekannt.
Am zweiten Tag geht es über Dangast und Jever nach Minsen (59km). Nicht überraschend ist, dass der Wind noch zugenommen hat, natürlich als Gegenwind. Die Schafe am Deich sind noch gut gekleidet und stehen warm. In Jever kann ein Halt empfohlen werden mit dem Besuch des sehr schönen Schloss Jever, die Burg Kniphausen und die Blaudruckerei im Kattrepel. Ebenso sind die Sieldörfer, zum Beispiel Hooksiel (Mudderboot), einen kurzen Stopp wert.
An der Küste entlang geht es dann bis Norden (67,5km). Wir pedalieren vor und hinter dem Deich, aber für den Gegenwind (bis 35km/h) ist dies egal. Wieder liegt ein Sieldorf auf dem Weg: Neuharlingersiel mit der Seriemer Mühle, Fischerhäuschen und dem Sielhof. Natürlich hat auch Norden eine Mühle, die Deichmühle. Wir sind in Ostfriesland und somit kann auch ein Teemuseum besucht werden.
Von Norden geht es nach Emden (51km). Ursprünglich wollten wir ein wenig durch das Binnenland fahren, entschieden uns aber für eine Tour an der Küste entlang; auch weil das Wetter doch einladender wurde. Das war eine gute Wahl, denn so konnten wir verschiedene Seezeichen wie den Leuchtturm bei Pilsum und Campen besuchen. Die Etappe ging auch durch das hübsche Dorf Greetsiel. In Emden besuchen wir die Kunsthalle. Anschließend werden die Pelzerhäuser und der Binnenhafen (Ratsdelft) besucht.
Die nächste Etappe ist eher kurz und führt uns nach Leer (30km). Hier wählen wir die Route über Retkum nach Ditzum. Das ist eine sehr kurze Fährfahrt über die Ems; schön entschleunigend. Ditzum ist ein sehr schönes und gepflegtes Dorf, das man sich ausgiebig anschauen sollte. In Leer haben wir die historische Altstadt und den Museumshafen besucht. Erwärmendes gibt es im Bünting Teemuseum.
Von Leer führt dann die Route an der Leda entlang und über die Fehnroute, auch die Deutsche Mühlenstraße wird teilweise befahren, durch das Ammerland sowie Cloppenburger Land an die Thülsfelder Talsperre (79km). Hier kann das Cloppenburger Museumsdorf besucht werden.
Nach einem Erholungstag steht dann der Endspurt über die Wildeshauser Geest nach Bremen auf dem Programm (86km); eine längere Etappe über Alhorn, das schöne Wildeshausen und Harpstedt. Wir nutzen verschiedene Radrouten: dem Reiherweg, dem Hunte Weg und den Geest Weg. auch das Wetter spielte mit: laues Lüftchen und die Sonne strahlt. So kann die Fahrt genossen werden.
Fazit:
- „Natur pur“ gilt auf dieser Reise. Karge, monotone und ebene Landschaft, aber keinesfalls eine langweilige Tour, mit einer Unmenge Schafen an den Deichen, aber auch viele Rapsfelder.
- Kulturell sind die kleinen Dörfer, wie Greetsiel und Ditzum, und vor allem Emden und Leer sehr sehenswert.
- Das Wetter spielt bei der Planung und der Durchführung einer Küstentour eine wichtige Rolle. Auch wenn man möglichst effektiv packen möchte, „Reserven“ sind zu berücksichtigen.
Streckenverlauf
Tagesetappen
Etappe Distanz (km) Dauer (h:min) Strecke
1 90 5:53 Bremen - Varel
2 59 4:12 Varel - Minsen
3 68 4:50 Minsen - Norden
4 51 3:03 Norden - Emden
5 30 2:10 Emden - Leer
6 79 4:52 Leer - Garrel
7 86 4:50 Garrel - Bremen
Kurzbeschreibung
Parameter Daten
Distanz (km) 450 km
Tagesetappen 7
Dauer (h) 29:00 h
"Dies und Das"
- Natürlich sollte das sich schnell ändernde Wetter stets berücksichtigt werden. „Zwiebeltechnik“ ist bei der Bekleidung zu berücksichtigen. Zum Glück haben wir auch noch wärmenden Glühwein an der Küste bekommen.
- Friesland und die angrenzenden Gebiete sind ideal zum Radfahren: Die Routen sind gut ausgebaut und die vielen thematisch gegliederten Routen sind sehr gut ausgeschildert. Die Routen führen so zu Windmühlen oder Fehndörfer.
- Die Radwege sind wirklich in einem guten Zustand: Keine Reifenpanne. Und, auch wenn Werkzeug mit an Bord sein sollte, gibt es entlang der Route Stationen mit Luftpumpe und Werkzeug.
































































