"Dolce vita"

Ein „unbeschwertes, angenehmes Leben“ können wir in Italien immer genießen: Ein sehr gutes Land für Radfahrer verbunden mit kulinarischen Erlebnissen in einer tollen Umgebung.

Mit dem Bulli ging es im Juni 2023 in Richtung Italien. Da in der Emilia Romagna ein Unwetter wütete, fuhren wir zum Gardaseee nach Bardolino. Hier haben wir auf einem Weingut übernachtet und planten die weitere Tour. Es ging in die Toskana, Lombardei, Ligurien und nach Südtirol. Spontan wurde Elba besucht. Abschließend gönnten wir uns den Jaufenpass mit dem Rad. Die Radtouren wurden mit dem Gravel Bike absolviert. Auf der Rückfahrt wurde natürlich wieder Dinkelsbühl besucht.

Anschließend fuhren wir nach Fasdinovo. Mit Agricamping haben wir bereits gute Erfahrungen gesammelt; und wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Das angrenzende Restaurant war super! So konnten wir unsere erste Rundfahrt nach Castello Melaspi und Castello Nuovo Magra unternehmen (33,5km; 850 Höhenmeter). Teilweise führte die Route entlang der Toskanischen Weinstraße. Entsprechend ist die Kulturlandschaft von Weinanbau geprägt. Wälder bieten Schatten, um dann die zahlreichen Burgen, stets auf Anhöhen oder Bergen, zu bestaunen. Auch die Wiesenblumen blühten bereits. Die Straßenverhältnisse waren „in Ordnung“; in die Jahre gekommene Asphaltstraßen, aber völlig ausreichend.

Natürlich darf San Gimignano bei dieser Reise nicht fehlen. Diese gut erhaltene mittelalterliche Stadt mit den Geschlechtertürmen ist sehr sehenswert. Da es die touristische Attraktion ist, sollte der Besuch gut geplant sein (Frühjahr oder Herbst, vormittags). 

Mit den Rädern ging es dann auf den Runkurs Strovo, Monteriggioni und Colle di Vai d’Elsa (55km; 570m). Monteriggione gilt als die kleine Schwester von San Gimignano, ist aber attraktiver, weil es eine sehr ursprüngliche Stadt und von wenig Tourismus geprägt ist. Über die Stadtmauer machen wir, bei einem schönen Panoramablick, einen Rundgang.  Die Landschaft ist typisch für die Toskana: leicht hügelig, Zypressen, Lavendel und Wildkräuter.

Da die Gegend so schön ist, haben wir noch eine Radtour unternommen, die uns von San Gimignano nach Colle di Vai d’Elsa führte; mit vielen Schleifen in der sehr sehenswerten Umgebung (45,5km; 570m). Die sehr interessante Stadt, besonders die Ober- und Altstadt, liegt in einem Tal, so dass man durch die hügelige Landschaft mit sehr schönem Ausblick radeln kann. Über Siena mit Dom, Platz der Republik und den angrenzenden Straßen ging es in das beschauliche, wenig touristisch erschlossene Rotweindorf Montalcino; in der Chianti-Region gelegen. Die nächste Radtour wurde rund um Suverto gemacht (20km; 250m). In den letzten beiden Städten haben wir in Weingütern sehr gut übernachtet. Die Gegend ist schon eher flach mit Weinbergen, bunten Wiesen und Olivenbäumen, zum Wohlfühlen. Die Straßen waren meist unbefestigt, aber in gutem Zustand. Eine erholsame, kurze Tour und so haben wir am nächsten Tag nach Elba übergesetzt. Nach kurzer Fahrt landeten wir im kleinen Küstenort Procchio. Die Insel im Tyrrhenischen Meer ist hügelig mit viel Wald, Macchia und ... Wein. Ausgehend von Porto Azzurro sind wir in einer bergigen Tour durch das Hinterland, aber auch an der Küste, nach Capoliveri, Pareti und Marcome gefahren (25km; 500m).

Im Norden der Insel haben wir eine Radtour rund um Covo unternommen (40km; 550m). Der Weg führte uns über Cavo, Vigneria am Meer nach Villaggio Togliatti. Der erste Teil der Strecke verlief wieder durch das hügelige Binnenland und der zweite Teilabschnitt an der Küste entlang; also Schatten und Sonne alternierend. Und überall blühte der Ginster und Lavendel.

Die letzte Radtour auf Elba hatte entsprechend mehr Höhenmeter (25km; 650m) und verlief an einer Hauptstraße und vielen asphaltierten Nebenstraßen nach Nisporto. Auch hier wählten wir zuerst das bergige Binnenland und als Abschluss die Fahrt an der Küste, gesäumt von Tamarisken und Salinen (wie in Magazzini).

Auf der Rückfahrt haben wir Station in Montecatine Alto gemacht und sind mit der Stand-Drahtseilbahn in die Altstadt gefahren. Sehr beeindruckend. In Ligurien wurden dann die Cinque Terre bequem mit dem Boot besucht. Nach zwei Tagen ohne Radtouren sind wir am Iseosee in die Lombardei gelandet. Der See hat den Vorzug vor dem Gardasee erhalten, da er besser für Radtouren geeignet ist. Gut erholt haben wir eine Rundfahrt um den See gemacht (65km; 500m). Die Route führt größtenteils am See entlang, auch auf von der Straße abtrennten Radwegen, und bietet mit Bergüberhängen und einigen Tunneln einen spektakulären Blick auf den See.

Eine Fahrt auf der Monte Isola darf natürlich nicht fehlen. Mit der Fähre setzten wir über und dann ging es einmal rund um und quer über die kleine, bergige Insel (35km; 600m). Es gibt hier keinen Autoverkehr und so sind Wanderer und Radler unter sich. Sehr entspannend. Und so konnte Torre Rocca Martinengo, Wallfahrtskirche der Madonna della Ceriola und die Landschaft genossen werden, wobei auch unbefestigte Wanderwege benutzt wurden, ohne dass die Wanderer murrten.

Derart in Fahrt wurde auf der letzten Tour der Jaufenpass absolviert (46km; 1.350m). Startpunkt war St. Martin und über Windegg und St. Leonhard ging es auf die Passhöhe. Schade ist, dass es viel automobilen Verkehr gibt. Daher werden die autofreien Tage für Passfahrten empfohlen. Dies haben wir bereits mehrfach ausprobiert und die Bike Days können nur empfohlen werden!

Schließlich sind wir wieder einmal in Dinkelsbühl gelandet. Diese mittelalterliche Stadt mit intakter Stadtmauer ist sehr sehenswert und kann auch mehrmals besucht werden.   

Fazit:

  1. Wieder können wir nur Italien als Radlerland empfehlen: sehr rücksichtsvolle Autofahrer. 
  2. Die Landschaft ist mehr als abwechslungsreich und die Städte bieten viele kulturelle Höhepunkte. Wir konnten weitere UNESCO-Welterbestätten besichtigen. Hierfür bieten sich Vor- und Zwischensaison an.
  3. San Gimignano ist zwar eine sehenswerte UNESCO-Welterbestätte, aber ein Besuch von Montereggione lohnt sich aus unserer Perspektive, da weniger touristisch erschlossen und weitestgehend intakte Stadt inklusive Stadtmauer.

Streckenverlauf

Tagesetappen
Etappe     Distanz (km)    Höhe (m)           Strecke
1                    34                        850                    Fstinovo
2                    55                        570                    Monteriggione
3                    46                        570                   Colle d'Elsa 
4                    50                       680                   Montalcino
5                    20                       250                   Suverto
6                   24                        500                   Porto Azzuro
7                   40                        550                    Covo
8                   25                        650                    Nisporto
9                   65                        500                   Iseosee-Runde
10                 35                        600                   Monte Isola
11                  46                      1.350                   Jaufenpass
 


 

Kurzbeschreibung

Parameter                       Daten

Distanz (km)                    450 km

Tagesetappen                 12                 

Höhenmeter (m)           6.500 m


 

 

Einzeletappen

"Dies und Das"

  • Agricamping ist eine exzellente Möglichkeit Italien kennenzulernen: Kleine Plätze mit meist familiärem Anschluss.
  • Wieder haben sich die Gravel Bikes bewährt: Kleines Gepäck konnte problemlos mitgenommen werden, die Bereifung ist auf sandigen Straßen vorteilhaft und die Beleuchtung ist wichtig für Sehen-Und-Gesehenwerden.
  • Der Jaufenpass ist gut für Radfahrer befahrbar. Für eine entsprechende Tour wird jedoch einer der autofreien Bike Days empfohlen.

Fasdinovo

San Gimignano

Monteriggione

Colle d' Elsa

Siena und Chiantiregion

Rund um Suverto

Porto Azzurro

Etappe bei Covo

Fahrt nach Nisporto

Cinque Terre

Rundkurs um Iseosee

Inselumrundung von Monte Isola

Jaufenpass

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