„Jeder Weg trifft einmal einen anderen Weg.“ (aus Madagaskar)
Ankunftsort ist die Hauptstadt Antananrivo. Von hier geht es durch das fruchtbare Hochland mit vielen kleinen bis sehr kleinen Reisfeldern, die terrassenförmig angelegt sind (16km). Das ist eine ideale Strecke, um die MTB und die Straßenverhältnisse kennenzulernen. Es geht durch viele Obst- und Gemüseplantagen. Am nächsten Tag geht es auf guter Piste, kurz auch asphaltiert, zum Lac Tritriva, einem Kratersee, bei Antsirable und zum Andraikikasee, dem Wasserspeicher von Antsirable. Abschließend wird der Markt in Betafo besucht (65km).
Durch das fruchtbare Hochland wird in Richtung Ambositra geradelt (95km); eine lange Etappe. Natürlich wird hier viel Landwirtschaft, häufig in Handarbeit, mit Reisanbau betrieben, wobei auch Zeburinder bestaunt werden können. Kinder stehen häufig am Wegesrand und grüßen freundlich in französischer Sprache oder mit „Salem“ und winken. Die Kinder sind meist in Schuluniform gekleidet. „Mura, Mura“ (Langsam, Langsam) tönt es häufig.
Nach der anspruchsvollen längeren Etappe wird am nächsten Tag eine kürzere Etappe nach Ranomafanagewählt (57km). Unterwegs können Holzschnitzereien in Ambositra besucht werden, eine Kunst, die von der UNESCO als traditionelle Weltkultur eingestuft wird (60km). Am Straßenrand sehen wir wie aus größeren Steinen Kies in Handarbeit hergestellt wird. Auf kurvenreichen, einfachen Pisten mit einigen Anstiegen wird der Nationalpark Ranomafana erreicht. Ein Abstecher in den Park lohnt sich, da verschiedene Lemurenarten, Chamäleons, aber auch Orchideen und Baumfarne beobachtet werden können. Wir haben Flora und Fauna per Wanderung erlebt. Auch eine Nachtwanderung wird gemacht und ist ebenfalls empfehlenswert, weil die Tiere nicht so schnell flüchten.
Weiter geht es durch das Hochland, bergauf durch den Regenwald über Anjamba nach Sahambavy (43km). Die Wegstrecke ist sehr einfach und teilweise nur zu Fuß oder per Fahrrad zu absolvieren. Autoverkehr ist noch seltener als auf den anderen Etappen, unter Umständen begegnet man Viehkarren.
Durch Fianarantsoa geht es bergab nach Ambalavao (64km). Eine entspannte Tour mit so manchen Bodenunebenheiten im Asphalt, aber mit Blick in viele Täler. In Ambalavao kann eine Manufaktur zur Papierherstellung (mit floralen Mustern) und eine Teeplantage samt Fabrikation besucht werden.
Das Hochland lassen wir nun hinter uns. Noch einmal sehen wir Reis- und Maniokanbeu sowie Eukalyptuswälder. Die Fahrt auf der „Piste“, off-road, verläuft durch eine Grassteppe, eingerahmt von Granitfelsen, durch das Tsaranora-Tal in das Andringitra-Gebirge (55km). Das Andringitramassiv ist nur zu Fuß zu erschließen, aber die Besteigung des „Chamäleon Berg“ lohnt sich, auch wegen des Panoramablickes und der verschiedenen Chamäleons am Wegesrand.
Am nächsten Tag wird zum Isalo Nationalpark bei Ranohira pedaliert (93km). Es ist der Wechsel der geographischen und klimatischen Region. Es wird bergig. Eine Wanderung im Nationalpark lohnt sich, auch wegen der erodierten, bizarren Felsformationen. Hier können auch die Affenbrotbäume bestaunt werden.
Nun geht es an der Küste entlang nach Ambolimailakairo (55km). Die vorgelagerten Korallenriffe, die mit dem Einbaumboot gut erreicht werden können, laden zum Schnorcheln ein.
Fazit:
- Natur pur. Sehr vielfältige und endemische Flora und Fauna. Ein Fernglas sollte in jedem Fall im Gepäck sein.
- Ein armes Land mit aufgeschlossenen und freundlichen Menschen.
- Wir sind mit MTB unterwegs gewesen. Eine andere Reise per Fahrrad kann man sich nicht vorstellen, denn es gibt nur wenige asphaltierte Straßen, wenn man in der Natur unterwegs ist. Meist sind es unbefestigte Lehmwege, die bei Nässe schnell aufweichen.
- Neben den Radtouren haben wir Wanderungen absolviert. Hier können die Tiere (Lemuren, Chamäleons) aber auch Pflanzen wie Orchideen und Affenbrotbäume besser beobachtet werden als per Rad.
- In Madagaskar werden Reis, Maniok und Mais angebaut und weitere Gemüsearten. Entsprechend ist die Küche reichhaltig vegetarisch geprägt; Fisch und Fleisch werden je nach Region auch angeboten.
Streckenverlauf
Tagesetappen
Etappe Distanz (km) Höhe (m) Strecke
1 15 270 Antananrivo
2 65 3.835 Antsirable
3 96 1.395 Ambositra
4 57 1.685 Ranomafana
5 43 1.660 Sahambavy
6 64 3.770 Ambalavao
7 55 2.000 Ambalavao
8 93 5.400 Ranohiro
9 55 440 Ambolimailakairo
Kurzbeschreibung
Parameter Daten
Distanz (km) 545 km
Tagesetappen 9
Höhenmeter (m) 20.445 m
"Dies und Das"
- Madagaskar wird auch „Insel der Gewürze“ genannt. Entsprechend wird Vanille, Pfeffer und auch Kaffee und Tee angebaut und werden in der madegassischen Küche verwendet.
- Die Küste vor Madagaskar lädt zum Tauchen ein. Eine schöne Alternative.
- Man sollte sich Zeit für den Glauben und Aberglauben sowie Ahnenkult von Madagaskar nehmen. Kurios.
























































































