"Cuando el rio suena es porque piedras lleva."
"Wenn der Fluss rauscht, dann deshalb, weil er Steine mit sich trägt."
„Wenn der Fluss rauscht, dann deshalb, weil er Steine mit sich trägt.“ Soll bedeuten, dass an vielen Gerüchten meist ein Körnchen Wahrheit steckt. Nun, die Anden in Kolumbien sollen mit dem Drahtesel schwer zu bewältigen sein ... Ein Körnchen Wahrheit ist da schon dran; oder ein solider Felsen. „Me gusta Colmbia.“
Ankunft ist in Bogota im November 2019. Hier können wir uns akklimatisieren. Bei dieser Höhenlage (2.600m Höhe) auch notwendig, wenn man in der norddeutschen Tiefebene beheimatet ist. Die kolumbianische Metropole ist südamerikanisch quirlig, farbenfroh, steil und laut. Besonders sehenswert ist die koloniale Altstadt mit dem umtriebigen Plaza Bolivar. Auch sollte Montserrate über die Seilbahn besucht werden; ein grandioser Rundblick über die gesamte Stadt mit den Anden im Hintergrund.
In Suesca starten wir unsere Radtour, eine kleine Stadt inmitten der Andenlandschaft. Es beginnt mit einem kleinen Vorgeschmack auf die nächsten Tage (50km, 1.200 Höhenmeter): Aufstieg auf 2.600m auf einfachen Wegen. Hier kann an der Laguna de Suesca entspannt werden. Danach geht es aber auch als Belohnung bergab nach Cucunuba. In diesem Kolonialdorf kann Handwerk bestaunt werden (Herstellung von Ponchos, Webereien). Nach dieser Erholung geht es weiter, natürlich bergauf, nach Guacheta.
Anspruchsvoll, und natürlich bergauf, radeln wir über Schotterpisten nach Raquira, das nach einer Abfahrt erreicht wird, und dann bis nach Sachica (45km, 1.100m). In Raquira kann wieder Handwerk wie Töpferei und Korbherstellung bestaunt werden.
Von Villa de Leyva (2.140m) geht es auf die nächste Etappe und hier kann das ehemalige Kloster Ecce Homo bei Sutamarchan besichtigt werden, genauso wie eines der Weingüter (40km, 600m).
Von Villa de Leyva geht es in mehreren Steigungen nach Arabuco (25km, 1.200m) und dann von Oiba nach Guadalupe (23km, 1.000m). Hier sind die Anden besonders eindrucksvoll und so machen wir am nächsten Tag eine Runde um Guadelupe (25km, 600m), auch weil hier viele Seen und Flüsse in verschiedenen Farben erkundet werden können.
Nach dem eher ruhigen Vortag geht es nun über Contratacion und einem weiteren Bergpass nach Chima(32km, 1.000m).
Von Barichara fahren wir durch eine Landschaft, die durch Obst- und Gemüseanbau geprägt ist, nach Villa Nueva und hinunter durch den Chichmmocha Canyon (50km, 1.200m).
Wir verlassen die Anden mit einem Flug an die Karibikküste nach Santa Marta. Von Minca radeln wir nach El Dorado (20km, 1.450m). Hier im tropischen Regenwald mit vielen endemischen Vögeln lohnt sich der Besuch im Naturreservat El Dorado.
Weiter geht es zum nächsten Nationalpark, dem Tayrona Nationalpark (50km, 900m). Auf dem Weg dorthin liegt aber ein Anstieg auf 2.950m Höhe „im Wege“, wobei vom Cerro Kennedy ein wunderschöner Panoramablick über das Küstengebirge geboten wird.
Die nächste Station ist Cartagena an der Karibikküste. Hier können am Ende der Reise das Kloster La Popa aber auch die wunderschöne koloniale Altstadt besichtigt werden.
Fazit:
- Die kolumbianischen Anden sind sehr anspruchsvoll für Radler. Auf unserer Reise waren die Straßen primär unbefestigte Lehmwege, die bei Regen aufgeweicht sind. Also auf El Nino achten. Autofahrer nehmen selten Rücksicht auf Radfahrer.
- Die Natur der Anden ist mehr als sehenswert und entschädigt für die Strapazen.
Streckenverlauf
Tagesetappen
Etappe Distanz (km) Höhe (m) Strecke
1 50 1.200 Suesca
2 45 1.100 Sachica
3 40 600 Gutamarchan
4 25 1.200 Arabuco
5 23 1.000 Guadelupe
6 25 600 Guadelupe
7 32 1.000 Chima
8 50 1.200 Villa Neuva
9 20 1.450 El Dorado
10 50 900 Tayrona
Kurzbeschreibung
Parameter Daten
Distanz (km) 360 km
Tagesetappen 10
Höhenmeter (m) 11.250 m
"Dies und Das"
- Der November ist eine gute Reisezeit, da es nur selten regnet und die Wärme angenehm zum Radeln ist. Gleichwohl kann es in den Bergen empfindlich kalt werden.
- Die Kolumbianer sind offen und hilfsbereit. Man sollte Spanisch beherrschen, Englisch wird häufig nicht verstanden. Die gilt natürlich besonders im ländlichen Kolumbien.
- Die Radreise ist durch viele Bergetappen geprägt, so dass ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte mitgeführt werden sollten.




























































































