„Lachen ist die Sprache der Seele.“ (Pablo Neruda)

Soll bedeuten, dass in der grandiosen Landschaft von Patagonien man das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommt. 

Quer durch die Anden bei abwechslungsreicher Witterung: Gestartet wird an der Pazifikküste von Chile, durch ursprüngliche Wälder, über die Anden und dann in die Steppe von Nordpatagonien in Argentinien. Abwechslungsreicher kann eine Reise fast nicht sein.

Ausgangpunkt der Tour ist im November 2015 Santiago de Chile. Wir fahren mit MTBs durch Patagonien; eine Alternative gibt es nicht, denn es sind durchweg Schotterpisten und einige Gewässer zu bewältigen. Mit der Radtour sollte, wegen der Höhenlage (1.200 bis 2.200m) und den zu erwartenden Anstiegen, erst nach einer Akklimatisierung begonnen werden.  

Die erste Etappe, ein Kennenlernen der Räder (MTB) und des Klimas, führt uns bei starkem Gegenwind vonConstitucien nach Pellutine (37km, 300 Höhenmeter). Hier kann man die Landschaft am Pazifik wunderbar genießen, wenn nicht der kalte Gegenwind wäre. 

Nach einer geruhsamen Nacht geht es weiter nach Chillan, das mitten in den chilenischen Anden liegt (32km, 1.000m). Es geht am kühlen Pazifik (Gegenwind ...) und durch bemooste Wälder. In Chillan kann in einem Weingut übernachtet werden. Apropos Getränke: Wein ist eine gute Wahl; beim Bier ist zu berücksichtigen, dass es nur 1l-Flaschen gibt. Chillan ist auch für Kunsthandwerk bekannt und es kann ein Thermalbad besucht werden.

Auf der dritten Tour geht es erneut mit einigen Höhenmetern in den sehr schönen Nationalpark Conguillio(20km, 1.000m). Der Nationalpark liegt in der Region Araucania und entsprechend können die urzeitlichen Araukarien bestaunt werden. Die Tour wurde angepasst, da noch Schnee lag und eine Radtour nur teilweise möglich war. Aber wir konnten die Vulkanlandschaft, Lava, Schotter und die alpine Vegetation in 1.300m Höhe bestaunen.

An die Kletterei mit dem Rad nunmehr gewöhnt, geht es nun von Chile nach Argentinien bis nach Villa Petunija (55km, 1.065m), einem kleinen touristisch geprägten Ort in den argentinischen Anden. Der Grenzübergang dauert sehr lange und wird akribisch durchgeführt: auch die Rahmennummern der Räder werden protokolliert. Villa Petunija liegt in 1.200m Meereshöhe und entsprechend anstrengend ist die Fahrt. Wir sehen jede Menge Nutztiere, die frei in der Landschaft leben, keine Zäune. Die Gegend ist menschenleer.

Weiter geht es in der näheren Umgebung und so erreichen wir den Moquehuesee (35km, 900m). Das Ziel erreichten wir nach einer Flussquerung im hüfttiefen und eiskalten Wasser.

Heute steht unter anderem eine Passquerung auf dem Programm (19km, 650m) und der Vorlauf mit einer Fahrt durch Wälder mit Arakaurien (37km, 450m). Nicht zu vergessen sind natürlich unsere Begleiter auf der Piste: friedliche Hunde, Pferde und Rinder.

Nach der Passquerung gönnen wir uns eine Etappe im flacheren Terrain mit Sicht auf den Copahue, einen Vulkan von 3.000m Höhe und somit weithin sichtbar (41km, 300m).

Nun folgt die Fahrt durch das Mapucheland, eine windige und anstrengende Fahrt durch die Pampa auf asphaltierter Straße (32km, 1.100m). Nicht zu sehen ist die indigene Bevölkerung; das Gebiet scheint menschenleer zu sein. Die Etappe führt über eine erudierte Wege und steile Schotterpisten zu einem Vulkan. Es blieb bei nur einem Sturz. Gut, wenn man Verbandszeug dabeihat. Es werden dann noch vier Flüsse gequert. Tipp ist, dass die Schuhe nicht ausgezogen werden, da das Flussbett rutschig ist. Die Strapazen lohnen sich jedoch: pure Landschaft!  

Anschließend steht wieder eine Etappe zum Domuxo auf dem Programm (25km, 800m). Gestartet sind wir an einem See mit Schwarzhalsschwänen und Flamingos. Da massive Regenwolken am Himmel zu beobachten waren, ging es in einer rasanten Fahrt durch die Steppe, die nur von Schafen und Pferden geprägt ist.

Die nächste Tour (Schotterpiste, Waschbrettpiste) ist eine „Genussfahrt“ nach Malacara und wieder kann ein Vulkan und blühende Kakteen bewundert werden (45km, 600m).

Ab in die Pampa mit Fahrt zum Rio Grande (35km, 400 und 18km, 550m). Die Pampa ist eine flache Graslandschaft, die steppenähnlich erscheint. Pampa bedeutet „baumlose Ebene“ und diese Beschreibung trifft vollends zu. Auch dieses Gebiet ist nur dünn unbesiedelt

Zum Abschluss geht es nach Talca, einer größeren Stadt in Chile (33km, 1.340m). Die Etappe fand in 2.200m Meereshöhe statt und die letzte Abfahrt wurde noch einmel genossen: Mit MTB kann man 59,4km/h fahren (...). In Talca endet die Radtour durch einen Teil von Patagonien.

 

Fazit:

  1. Es ist eine anspruchsvolle Radtour, mit einem 2.500m hohen Pass und größtenteils unbefestigten Straßen. Die grandiose Natur belohnt für die Anstrengungen über alle Maße.
  2. Eine facettenreiche Reise durch unterschiedliche Klimazonen, d.h. es wird windig, kühl aber auch warm. Man erlebt manchmal alle Jahreszeiten an einem Tag.
  3. Die Radtour findet in 1.200-1.500m Meereshöhe statt und ist mit einigen Anstiegen verbunden. Tranquilo!
  4. Die Unterbringung ist recht einfach und man ist in Ländern mit bevorzugt „Fleischfressern“. Vegetarische Kost ist eher selten.

 

 

Streckenverlauf

Tagesetappen
Etappe     Distanz (km)    Höhe (m)            Strecke
1                    37                         300                   Constitucien
2                    32                     1.000                    Chillan
3                    20                     1.000                   Conguillio 
4                    55                      1.065                    Villa Petunija
5                    35                         900                   Moquehue-See
6                    37                         450                    Passquerung
7                    19                         650                    Passquerung
8                   41                         300                    Copahue
9                   32                       1.100                   Mapuche-Land
10                 25                         800                   Domuxo
11                  45                         600                   Malacara
12                 35                          400                   Rio Grande
13                 18                           550                   Pampa
14                 33                        1.340                   Talca
 


 

Kurzbeschreibung

Parameter                       Daten

Distanz (km)                    475 km

Tagesetappen                 14

Fahrzeit                             40 Stunden        

Höhenmeter (m)           10.450 m


 

 

 

"Dies und Das"

  • Man sollte in Zwiebeltechnik gekleidet sein. Ein Schlauchschal gegen Wind und Wand wird, ebenso wie ein Helm, dringend empfohlen. Schotterpisten sind häufig!
  • Die Schotterpisten sind meist menschenleer. Man begegnet eher Rindern, Schafen und Pferden (mit und ohne Reiter).
  • Tranquilo“ ist wörtlich zu nehmen: Ruhe und Gelassenheit ist die Lebensart in Patagonien.
  • Für Grenzübergänge sollte man viel Zeit einplanen und die Regeln strikt einhalten. Bei uns wurden auch die Rahmennummern der MTB protokolliert. Offene Behältnisse für Lebensmittel dürfen nicht eingeführt werden.

 

Erste Radtour Richtung Pazifik

Am Pazifik nach Chillan

Auf dem Weg nach Conguillio

Nationalpark Conguillio

Etappe zum Moquehue-See

Fahrt in Richtung Copahue

Land der Mapuche

Flamingos in Patagonien

Pampa und Rio Grande

Letzter Anstieg vor Talca

Abwärts nach Talca

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.