„Gegenwind formt den Charakter.“ (Volksmund)
Tour von Bremen nach Berlin
Die Strecke von Berlin nach Bremen („4-Flüsse-Tour“) haben wir bereits absolviert und so wollen wir eine alternative Strecke von Bremen nach Berlin ausprobieren.
Mit den Gravel Bikes ging hauptsächlich auf dem Elbe-Radweg in Richtung Berlin, wobei die Lüneburger Heide und das Havelland „mitgenommen“ wurden.
Am ersten Tag radelten wir von Bremen über Rotenburg (Wümme) und Schneverdingen in die Lüneburger Heide. Da es eine längere Etappe war, haben wir leider Schneverdingen nur gestreift, konnten aber den Wilseder Berg (169,2m ü. NHN), den höchsten Berg der norddeutschen Tiefebene, mit den Rädern erklimmen und in den Totengrund, einem schönen Talkessel, blicken. Der Weg zu diesen Sehenswürdigkeiten führt über eine Rad-Wanderweg, also ist Rücksicht angezeigt. Und: Der Weg ist sandig; ideal für Gravel Bikes.
Am nächsten Tag erreichten wir über Lüneburg kommend die Elbe bei Lauenburg; wir blieben jedoch am Westufer der Elbe in Artlenburg. Die mittelalterliche Altstadt der Salz- und Hansestadt Lüneburg ist eine Rast wert, viele Sehenswürdigkeiten können besichtigt werden wie das Kloster Lüne, der Wasserturm (dem Wahrzeichen der Hansestadt), der Kran am Stintmarkt im Lüneburger Hafen usw. Lüneburg ist wirklich eine sehr schöne Stadt, die ausgiebig besucht werden sollte. Artlenburg ist ein kleiner Flecken, der an der Alten Salzstraße von Lüneburg nach Lübeck liegt; hier wurde früher Wegezoll erhoben und damit war Artlenburg in der Vergangenheit von größerer Bedeutung.
Am dritten Tag pedalierten wir für einige Tage auf dem Elberadweg bis nach Tangermünde. Der Radweg ist sehr gut ausgebaut (meist asphaltierte Radwege) und ermöglicht tolle Panoramablicke. Wir konnten leider die diversen Elbfähren nicht nutzen, da der Betrieb wegen Niedrigwassers eingestellt war, d.h. wir waren auf die Brücken angewiesen. Bei der Planung können die Fährpassagen berücksichtigt werden, da entsprechende Informationen im Internet verfügbar sind. Wir fuhren auf der Westseite durch die Elbtalaue in Richtung Hitzacker. Hitzacker, im nördlichen Wendland, ist geprägt von Fachwerkhäusern in der Altstadt. Zu Recht wird Hitzacker als „Perle des Wendlandes“ bezeichnet. Die Altstadt zeugt noch ein wenig vom ehemaligen Reichtum der Stadt als hier noch der Elbzoll erhoben wurde. Weiter ging es durch das UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe, das landschaftlich überaus reizvoll ist. Wir kreuzten die Elbe (via Brücke), um in Dömitz Station zu machen. Dömitz bietet eine unscheinbare Flachlandfestung und Binnendüne.
Am vierten Tag radelten wir auf der Ostseite der Elbe weiter. Die Route verlief über Wittenberg nach Legde. In der Lutherstadt Wittenberge konnte wieder eine historische Altstadt mit dem Steintor, dem ältesten Gebäude der Stadt besucht werden.
Von Legde pedalierten wir am fünften Tag über Havelberg nach Tangermünde. Schon aus der Ferne kann man den imposanten Dom St. Marien in Havelberg erkennen. Die Stadt wird auch als „Insel- und Domstadt im Grünen“ bezeichnet. Interessant ist die auf einer Flussinsel gelegene Altstadt, die Trauf- und Giebelhäuser beherbergt. Besonders sehenswert ist Tangermünde wegen der wundervollen Altstadt, der eindrucksvollen Stadtmauer, denFachwerkhäusern und der interessanten Burg. Tangermünde wurde zu Recht 2019 als „schönste Kleinstadt Deutschlands“ gekürt.
Ab Tangermünder haben wir den Elberadweg verlassen und sind durch das Havelland über Rathenow nach Päwesin gefahren. Die Etappe verlief über einige off-road Waldwege.
Der Endspurt erfolgte über die Döberitzer Heide und durch dem Grunewald nach Berlin.
Fazit:
- Die Gravel Bikes waren wieder die richtige Wahl, denn neben den asphaltierten Radwegen wurden auch unbefestigte Waldwege und alte Dorfstraßen mit Kopfsteinpflaster befahren.
- Der Elberadweg ist optimal ausgebaut und die Routenführung ist größtenteils klar erkennbar. Einer der besten Radwege in Deutschland.
- Die zahlreichen kleineren Städte am Elberadweg sind einen Besuch wert. Dies sollte bei der Zeitplanung großzügig berücksichtigt werden.
Streckenverlauf
Tagesetappen
Etappe Distanz (km) Dauer (h:min) Strecke
1 90,3 5:32 Bremen - Bispingen
2 60,9 3:47 Bispingen - Artlenburg
3 86,4 5:00 Artlenburg - Dömitz
4 79,2 4:18 Dömitz - Legde
5 58,9 3:33 Legde - Tangermünde
6 67,4 4:44 Tangermünde - Päwesin
7 53,4 3:42 Päwesin - Berlin
Kurzbeschreibung
Parameter Daten
Distanz (km) 500 km
Tagesetappen 7
Dauer (h:min) 30:30
Tempo (km/h) 16,5
Streckenverlauf
"Dies und Das"
- Wir haben die Räder anders als sonst bepackt: Gepäcktaschen am hinteren Gepäckträger und einem Packsack quer zum Träger. So konnten wir schnell auf Wetterumschläge reagieren.
- Mit Wetterkapriolen ist im Norden stets zu rechnen. Das Ankleiden in Zwiebeltechnik hat sich auch auf dieser Tour bewährt.
- Bei der Fahrt durch das Havelland ist mit unbefestigten Waldwegen und Kopfsteinpflaster zu rechnen. Belohnt wird man jedoch mit schönen Wäldern und idyllischen Dörfern. Evtl. ist der Reifendruck anzupassen.















































































